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Circus SE: Europas größte KI-Roboter-Flotte meldet 233 Prozent Umsatzplus

Circus SE: Europas größte KI-Roboter-Flotte meldet 233 Prozent Umsatzplus

Circus SE: Europas größte KI-Roboter-Flotte meldet 233 Prozent Umsatzplus

In einer Großküche kocht gerade ein Roboter das Mittagessen. Was noch vor wenigen Jahren wie eine Messe-Attraktion klang, ist für die Münchner Circus SE Alltag geworden: Vor zwölf Monaten hat das Unternehmen die ersten Systeme an Kunden ausgeliefert, darunter REWE und Meta. Jetzt hat Circus seine Q3-2026-Zahlen vorgelegt, und sie zeigen eine Firma, die eine schwierige Phase offenbar überwunden hat.

Europas größte autonome Koch-Flotte

Laut dem Q3-Update, das Circus SE am 21. Oktober 2026 in München veröffentlicht hat, betreibt das Unternehmen inzwischen Europas größte Flotte autonomer Roboter zur Mahlzeitenproduktion. Konkret heißt das: mehr als 30 Systeme laufen bei 19 Unternehmenskunden in acht Ländern. Bis Jahresende sollen es über 50 Systeme werden.

Bemerkenswert ist dabei die Vorgeschichte. Circus hatte sein Tempo zur Jahresmitte bewusst gedrosselt, um frühphasige operative Probleme zu beheben. Inzwischen läuft das Deployment wieder mit voller Geschwindigkeit, und das Unternehmen berichtet von einer stabilen technischen Basis. Für eine junge Firma, die ihre patentierte KI-Robotik erst vor rund einem Jahr kommerziell gestartet hat, ist das eine beachtliche Entwicklung.

Die bewusste Pause verdient einen genaueren Blick. Viele Robotik-Start-ups liefern lieber schnell aus, als erst die Prozesse sauber aufzusetzen, und zahlen dafür später mit Ausfällen und unzufriedenen Kunden. Circus hat den umgekehrten Weg gewählt: erst die Probleme aus dem Frühbetrieb angehen, dann wieder Vollgas. Die Q3-Zahlen sollen belegen, dass sich diese Geduld auszahlt. Ob der Weg auch langfristig trägt, hängt davon ab, ob die Flotte die versprochenen 50 Systeme bis Jahresende erreicht, ohne dass die Stabilität wieder einbricht.

233 Prozent: Das Umsatzversprechen für 2026

Die Umsatzguidance für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 5,2 Millionen Euro. Das entspricht laut Unternehmen einem Wachstum von 233 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wer solche Sprünge einordnen will, sollte bedenken: Circus wächst von einer kleinen Basis, und Guidance ist kein gebuchter Umsatz. Trotzdem zeigt die Zahl, dass die Firma mit ihren Kundenverträgen offenbar deutlich mehr einplant als noch vor einem Jahr.

Die Datengrundlage dafür liefern die Roboter selbst. Mehr als 230.000 robotisch zubereitete Mahlzeiten hat die Flotte laut Circus inzwischen produziert. Jede dieser Mahlzeiten füttert die eigene Culinary AI, also das KI-Modell, das die Abläufe in den Küchen steuert. Je mehr gekocht wird, desto besser wird das System, ein klassischer Datenkreislauf, wie ihn viele KI-Firmen anstreben.

Von 70 auf 93 Prozent Verfügbarkeit

Die vielleicht aussagekräftigste Zahl im Update steht nicht im Umsatzteil. Die Systemverfügbarkeit an etablierten Standorten stieg von 70 Prozent zu Jahresbeginn auf über 93 Prozent im dritten Quartal. Das ist der Wert, an dem Unternehmenskunden messen, ob ein Roboter verlässlich arbeiten kann oder nur ein teures Experiment ist.

Gleichzeitig sanken die Gesamtbetriebskosten gegenüber dem zweiten Quartal um knapp 25 Prozent, während sich das Deployment-Tempo verdreifachte. Anders gesagt: Circus installiert Roboter schneller und günstiger als zuvor. Für einen Skalierungsplan mit Ziel 50 Systeme bis Jahresende ist genau diese Kombination entscheidend.

Für Unternehmenskunden zählt Verlässlichkeit mehr als Neuheit. Ein Roboter, der drei von zehn Tagen ausfällt, bindet Personal und erzeugt Frust in der Küche. Bei über 93 Prozent Verfügbarkeit nähert sich das System dagegen der Zuverlässigkeit, die man von konventioneller Küchentechnik erwartet. Genau deshalb gilt die Uptime in der Branche als die Kennzahl, die über den Unterschied zwischen Pilotprojekt und Dauerbetrieb entscheidet.

Premiere in Abu Dhabi und die Circus Pods

Ein Zeichen dafür, dass die Technik auch außerhalb Europas ankommt: Im dritten Quartal ging das erste CA-1-System außerhalb Europas in Betrieb, in Abu Dhabi gemeinsam mit dem Partner Royal Catering. Damit testet Circus, ob das Modell in anderen Märkten genauso funktioniert.

Zusätzlich setzt das Unternehmen auf seine Zutatenplattform Circus Pods. Sie ist laut Update inzwischen bei nahezu allen Kunden aktiv, reduziert den täglichen Arbeitsaufwand der Kunden um bis zu 80 Prozent und soll Circus wiederkehrende Umsätze erschließen. Neben dem etablierten CA-1-System ist auch das Robotersystem CA-A in die Serienproduktion gestartet, nur drei Monate nach Abschluss der Akquisition. Der CA-M steht noch früher: Der Funktionsprototyp ist fertig, die erste Modulfertigung hat begonnen.

Ein Markt, der kaum automatisiert ist

Gründer und CEO Nikolas Bullwinkel fasst die Lage so zusammen: „Vor zwölf Monaten haben wir die ersten robotisch zubereiteten Mahlzeiten an Kundenstandorten serviert. Heute betreiben wir die größte autonome Flotte Europas, der Unternehmenskunden aus kommerziellen und Verteidigungssektoren gleichermaßen vertrauen." Circus positioniert sich als Dual-Use-Unternehmen, also als Anbieter, dessen Technik sowohl zivil als auch militärisch einsetzbar ist.

Bullwinkel verweist außerdem auf eine Zahl, die das Potenzial beschreibt: Der Markt sei nach wie vor zu weniger als vier Prozent automatisiert. Ob sich diese Lücke so schnell schließen lässt, wie Circus hofft, werden die kommenden Quartale zeigen. Gelegenheiten zur Einordnung gibt es bald: Circus tritt im November unter anderem bei der Bank of America Transforming World Conference in London, der Münchner Kapitalmarkt Konferenz und dem Deutschen Eigenkapitalforum in Frankfurt auf.

Frequently Asked Questions

Was macht Circus SE genau?

Circus SE aus München entwickelt autonome Robotersysteme für die Mahlzeitenproduktion und versteht sich als Physical-AI-Unternehmen. Die Systeme kochen weitgehend selbstständig in Großküchen, etwa im Einzelhandel, im Gesundheitswesen oder in der Verteidigung. Das Unternehmen ist an der Börse XETRA unter dem Kürzel CA1 notiert.

Wie viele Roboter hat Circus derzeit im Einsatz?

Laut dem Q3-Update vom 21. Oktober 2026 sind mehr als 30 Systeme bei 19 Unternehmenskunden in acht Ländern im Einsatz. Bis zum Jahresende 2026 will das Unternehmen die Zahl auf über 50 Systeme steigern.

Was ist die Umsatzprognose von Circus SE für 2026?

Die Guidance für das Geschäftsjahr 2026 liegt bei 5,2 Millionen Euro, was einem Wachstum von 233 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspräche. Es handelt sich um eine Prognose des Unternehmens, nicht um bereits erzielten Umsatz.

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