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Deutsche Telekom lädt zur AI Factory 2.0 nach München: Starkes drittes Quartal, höhere Dividende und ein Auftrag für den digitalen Euro

Deutsche Telekom lädt zur AI Factory 2.0 nach München: Starkes drittes Quartal, höhere Dividende und ein Auftrag für den digitalen Euro

Deutsche Telekom lädt zur AI Factory 2.0 nach München: Starkes drittes Quartal, höhere Dividende und ein Auftrag für den digitalen Euro

Die Deutsche Telekom hat eine Woche voller Termine vor sich. Am Montag, 9. November 2026, stellt der Konzern in München seine AI Factory 2.0 vor, und die digitale Souveränität von Kunden in Deutschland und Europa steht dabei im Mittelpunkt. Die Einladung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen frische Quartalszahlen vorgelegt, seine Jahresprognose angehoben und einen Auftrag der Europäischen Zentralbank gewonnen hat.

Starke Zahlen im dritten Quartal

Im dritten Quartal 2026 ist der Umsatz der Telekom organisch um 5,5 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen nach Leasing, kurz EBITDA AL, legte organisch um 8,0 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Konzernüberschuss stieg um 12,7 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Die Zahlen wurden am Donnerstag veröffentlicht und lagen nach Angaben des Unternehmens über den Erwartungen des Marktes.

Auf Basis dieser Entwicklung hat die Telekom ihre Prognose für das Gesamtjahr angehoben. Für 2026 rechnet der Konzern nun mit einem bereinigten EBITDA AL von rund 47,6 Milliarden Euro und einem freien Cashflow AL von etwa 20,1 Milliarden Euro. Der Vorstand will der Hauptversammlung zudem eine Dividende von 1,10 Euro je Aktie vorschlagen. Die Ergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2026 sollen am 25. Februar 2027 veröffentlicht werden.

Die Zahlen zeigen, dass die Telekom trotz des harten Wettbewerbs im Mobilfunk und hoher Investitionen in Netze und Rechenzentren weiter wächst.

Was die AI Factory 2.0 bringen soll

Die Pressekonferenz am 9. November in München gilt als der nächste Schritt im KI-Kurs der Telekom. Die erste Version der Industrial AI Cloud ging vor vier Wochen in Betrieb und war nach Angaben von T-Systems die erste ihrer Art in Europa. Die KI-Fabrik in München ist mit 10.000 Grafikprozessoren von Nvidia der neuesten Generation ausgestattet. Gemeinsam mit SAP und Siemens hat die Telekom dort einen Technologie-Stack aufgebaut, der von der Konnektivität über den Betrieb bis zur Plattform reicht und bei dem alle Daten in Europa bleiben.

Die AI Factory 2.0 soll diesen Ansatz weiter ausbauen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie deutsche und europäische Unternehmen KI nutzen können, ohne ihre Daten an Anbieter außerhalb Europas zu geben. Dieses Thema der digitalen Souveränität zieht sich durch die gesamte Strategie der Telekom. Unternehmen und Behörden sollen KI-Anwendungen in Rechenzentren in Deutschland betreiben können, die nach europäischen Sicherheitsstandards arbeiten.

Ein Baustein dafür ist die Zusammenarbeit mit dem Dresdner Spezialisten Sparxity. T-Systems und Sparxity haben am Dienstag am Rande des Digital-Gipfels in Berlin eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sparxity entwickelt energieeffiziente KI-Rechentechnik, die in den Rechenzentren der Telekom geprüft und eingebaut werden soll. Die nächste Chipgeneration soll nach den Plänen der Partner im Jahr 2028 in den Rollout gehen. Energieeffizienz ist dabei ein zentrales Argument, denn KI-Rechenzentren verbrauchen sehr viel Strom, und die Kosten dafür sind ein wichtiger Faktor für den Betrieb.

Ein Auftrag für den digitalen Euro

Neben der KI-Fabrik hat die Telekom in den vergangenen Tagen auch im Zahlungsgeschäft einen Erfolg erzielt. Nexi Payments und Deutsche Telekom Business Solutions haben sich als Konsortium bei der Europäischen Zentralbank durchgesetzt und sollen die Konnektivitätsdienste für den digitalen Euro bereitstellen. Die EZB gab die Vergabe am 30. Oktober bekannt, das Konsortium ging dabei als bestplatzierter Bieter hervor. Der Auftrag deckt zunächst den Pilotbetrieb ab.

Der digitale Euro ist die geplante digitale Form der europäischen Gemeinschaftswährung, die die EZB als Ergänzung zum Bargeld vorbereitet. Für die Telekom bedeutet der Auftrag, dass sie einen Teil der technischen Infrastruktur für dieses Projekt liefert. Es ist ein Geschäft, das weniger mit Mobilfunk und mehr mit sicherer Datenübertragung zu tun hat, und es zeigt, wie breit das Unternehmen inzwischen aufgestellt ist.

Weitere Bausteine der KI-Strategie

Auch bei einzelnen Kunden geht die KI-Arbeit der Telekom weiter. Am 28. Oktober hat die spanische Banco Sabadell vereinbart, ihren Einsatz von agentenbasierter KI gemeinsam mit T-Systems auszubauen. Dabei geht es um KI-Systeme, die Aufgaben weitgehend selbstständig ausführen, etwa in der Kundenbetreuung oder bei internen Abläufen.

Auf der Mobilfunkseite hat die Telekom ebenfalls eine gute Nachricht gemeldet. Im Netztest der Zeitschrift Computer BILD hat das Unternehmen seinen 15. Sieg in Folge erzielt und die Gesamtnote sehr gut (1,2) erhalten. Nach Angaben des Unternehmens lag das Netz bei der 5G-Verfügbarkeit und bei der Geschwindigkeit vorn, auch die Latenz, also die Reaktionszeit der Verbindung, wurde als Stärke hervorgehoben.

Was am 9. November zu erwarten ist

Die Pressekonferenz in München wird zeigen, wie konkret die AI Factory 2.0 bereits ist. Offen ist, welche Kunden und Partner die Telekom für die neue Stufe nennt, welche Leistungen sie von Anfang an anbietet und welche Preise sie dafür aufruft. Auch die Frage, wie schnell die Kapazitäten ausgebaut werden und welche Rolle die energieeffiziente Technik von Sparxity dabei spielt, dürfte auf der Veranstaltung eine Rolle spielen.

Für die Telekom ist die KI-Fabrik mehr als ein einzelnes Projekt. Sie ist der Versuch, aus dem eigenen Netz- und Rechenzentrumsbetrieb ein neues Geschäftsfeld zu machen, das sich an Unternehmen und Behörden in ganz Europa richtet. Die starken Quartalszahlen geben dem Konzern dabei Rückenwind, denn sie zeigen, dass das Kerngeschäft genug Geld erwirtschaftet, um die Investitionen in KI-Infrastruktur zu tragen.

Frequently Asked Questions

Was ist die AI Factory 2.0 der Deutschen Telekom?

Die AI Factory 2.0 ist die nächste Stufe der KI-Infrastruktur der Telekom, die am 9. November 2026 in München vorgestellt wird. Sie baut auf der Industrial AI Cloud auf, die vor vier Wochen in Betrieb gegangen ist und mit 10.000 Nvidia-Grafikprozessoren arbeitet. Ziel ist eine souveräne KI-Plattform, bei der Daten in Europa bleiben und Unternehmen KI-Anwendungen nach europäischen Sicherheitsstandards betreiben können.

Wie gut waren die Quartalszahlen der Telekom im dritten Quartal 2026?

Im dritten Quartal 2026 stieg der Umsatz organisch um 5,5 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro. Das bereinigte EBITDA AL legte organisch um 8,0 Prozent auf 12,2 Milliarden Euro zu, der bereinigte Konzernüberschuss wuchs um 12,7 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde auf rund 47,6 Milliarden Euro EBITDA AL und rund 20,1 Milliarden Euro freien Cashflow angehoben. Die Dividende soll auf 1,10 Euro je Aktie steigen.

Was hat die Telekom mit dem digitalen Euro zu tun?

Nexi Payments und Deutsche Telekom Business Solutions wurden von der Europäischen Zentralbank ausgewählt, um die Konnektivitätsdienste für den digitalen Euro bereitzustellen. Die EZB gab die Vergabe am 30. Oktober bekannt. Der Auftrag deckt zunächst den Pilotbetrieb ab und bedeutet, dass die Telekom einen Teil der technischen Infrastruktur für die geplante digitale Form des Euro liefert.

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