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Online-Banking sicher nutzen in Deutschland: TAN-Verfahren, Phishing-Schutz und App-Sicherheit

Online-Banking sicher nutzen in Deutschland: TAN-Verfahren, Phishing-Schutz und App-Sicherheit

Online-Banking sicher nutzen in Deutschland: TAN-Verfahren, Phishing-Schutz und App-Sicherheit

Online-Banking gehört für die meisten Menschen in Deutschland längst zum Alltag. Überweisungen, Daueraufträge und Kontoauszüge laufen über die App oder den Browser. Doch Betrüger versuchen mit gefälschten E-Mails, manipulierten Webseiten und falschen Anrufen an Kontodaten und TANs zu gelangen. Diese Anleitung erklärt, wie die TAN-Verfahren in Deutschland funktionieren, woran Sie Phishing erkennen und wie Sie Ihre Banking-App richtig absichern.

Die gute Nachricht zuerst: Banken in Deutschland setzen auf das Zwei-Faktor-Prinzip. Sie brauchen immer zwei Dinge: etwas, das Sie wissen, also Ihre Zugangsdaten, und etwas, das Sie besitzen, also Ihr Handy oder einen TAN-Generator. Ein Angreifer müsste beides gleichzeitig stehlen, um an Ihr Geld zu kommen.

Die TAN-Verfahren im Vergleich

Eine TAN ist eine einmal gültige Transaktionsnummer. Sie bestätigen damit jede Überweisung und jede wichtige Änderung. In Deutschland sind drei Verfahren verbreitet.

Beim pushTAN-Verfahren erhalten Sie die TAN über eine eigene App Ihrer Bank auf Ihrem Handy. Sie geben die Überweisung in der Banking-App oder im Browser ein und bekommen die TAN in der pushTAN-App angezeigt. Dort prüfen Sie Empfänger, Betrag und IBAN und geben die TAN dann zur Freigabe ein. Der Vorteil: Sie brauchen kein extra Gerät. Halten Sie Ihr Handy deshalb immer mit einer Displaysperre und aktuellen Updates geschützt.

Beim photoTAN-Verfahren scannen Sie mit der photoTAN-App oder einem kleinen Lesegerät ein farbiges Muster auf dem Bildschirm ab. Die App zeigt Ihnen dann die Überweisungsdaten und erzeugt die TAN. Viele Banken bieten photoTAN sowohl als App als auch als separates Gerät an. Das separate Lesegerät gilt als besonders sicher, weil es keinen Internetzugang hat und nicht von Schadsoftware auf dem Handy beeinflusst werden kann.

Beim chipTAN-Verfahren stecken Sie Ihre Bankkarte in einen kleinen TAN-Generator und halten ihn an den Bildschirm oder tippen die angezeigten Daten ein. Der Generator liest die Daten von der Karte und erzeugt eine TAN. Dieses Verfahren kommt ohne Handy aus und gilt als sehr sicher. Es ist besonders beliebt bei Menschen, die ihr Banking lieber am PC erledigen und kein zweites Gerät in der App wollen.

Welches Verfahren das richtige ist, hängt von Ihren Gewohnheiten ab. Wer fast alles am Handy erledigt, kommt mit pushTAN oder photoTAN gut zurecht. Wer Wert auf ein separates Gerät legt, fährt mit photoTAN als Lesegerät oder chipTAN besser. Wichtig ist in allen Fällen: Prüfen Sie vor der Freigabe immer Empfänger, Betrag und IBAN auf dem Display Ihres zweiten Geräts oder Ihrer TAN-App.

Phishing erkennen: Die häufigsten Tricks

Phishing ist die häufigste Angriffsmethode auf Bankkunden. Betrüger verschicken E-Mails oder SMS, die aussehen wie Nachrichten Ihrer Bank. Darin steht etwa, Ihr Konto werde gesperrt, eine Überweisung müsse bestätigt werden oder Sie hätten eine neue Nachricht im Postfach. Der Link führt auf eine gefälschte Seite, die der echten Bankseite zum Verwechseln ähnlich sieht.

Achten Sie auf diese Warnsignale. Erstens: Ihre Bank wird Sie niemals per E-Mail oder SMS auffordern, sich über einen Link anzumelden oder eine TAN einzugeben. Zweitens: Zeitdruck ist ein typisches Merkmal. Formulierungen wie „sofort handeln” oder „Konto wird in 24 Stunden gesperrt” sollen Sie zu einem unüberlegten Klick drängen. Drittens: Prüfen Sie die Absenderadresse genau. Oft weicht sie in einem kleinen Detail von der echten Adresse ab, etwa durch einen zusätzlichen Buchstaben oder eine andere Domainendung. Viertens: Rechtschreibfehler und ungewöhnliche Formulierungen sind ein Hinweis auf eine Fälschung.

Wenn Sie eine verdächtige Nachricht erhalten, klicken Sie auf keinen Link. Öffnen Sie die Banking-App oder tippen Sie die Adresse Ihrer Bank selbst in den Browser ein. Dort sehen Sie, ob es wirklich eine Nachricht gibt. Verdächtige E-Mails können Sie an die Phishing-Meldestelle Ihrer Bank weiterleiten oder löschen.

Die Banking-App richtig absichern

Ihre Banking-App ist der Schlüssel zu Ihrem Konto. Schützen Sie sie wie Ihren Haustürschlüssel. Aktivieren Sie die biometrische Anmeldung per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung, wenn Ihre Bank das anbietet. Das ist nicht nur bequem, sondern auch sicherer als eine kurze PIN, die jemand über Ihre Schulter ablesen kann. Halten Sie Handy und Apps immer auf dem neuesten Stand und installieren Sie Banking-Apps nur aus dem offiziellen App Store oder Google Play Store.

Nutzen Sie kein öffentliches WLAN für Bankgeschäfte, wenn es sich vermeiden lässt. In Cafés, Bahnhöfen oder Hotels kann der Datenverkehr unter Umständen mitgelesen werden. Nutzen Sie unterwegs lieber Ihre mobilen Daten. Zu Hause sollten Sie Ihr WLAN mit einem starken Passwort schützen und den Router regelmäßig aktualisieren.

Richten Sie Benachrichtigungen für Kontobewegungen ein. Die meisten Banken bieten kostenlose Push-Mitteilungen oder SMS bei jeder Buchung an. So bemerken Sie sofort, wenn eine Überweisung stattfindet, die Sie nicht veranlasst haben. Prüfen Sie Ihre Kontoauszüge regelmäßig und melden Sie unbekannte Buchungen sofort Ihrer Bank.

Was tun bei Verdacht auf Betrug?

Wenn Sie vermuten, dass jemand Ihre Zugangsdaten kennt oder eine Überweisung ohne Ihr Wissen ausgelöst wurde, handeln Sie schnell. Sperren Sie zuerst Ihren Online-Banking-Zugang. Das geht in der Regel direkt in der App, über die Website Ihrer Bank oder telefonisch über die zentrale Sperr-Hotline 116 116. Diese Nummer funktioniert rund um die Uhr und gilt für fast alle deutschen Banken.

Ändern Sie danach Ihre Zugangsdaten von einem sicheren Gerät aus. Wenn Sie einen verdächtigen Link angeklickt haben, prüfen Sie Ihr Gerät mit einem aktuellen Virenscanner. Melden Sie den Vorfall Ihrer Bank und erstatten Sie bei einem finanziellen Schaden Anzeige bei der Polizei. Je schneller Sie reagieren, desto größer ist die Chance, dass eine betrügerische Überweisung noch gestoppt werden kann.

Geben Sie niemals eine TAN am Telefon weiter. Echte Bankmitarbeiter fragen nie nach Ihrer TAN, Ihrer PIN oder Ihrem Passwort. Auch angebliche Mitarbeiter von Polizei oder Bundesbank, die Sie am Telefon zu einer Überweisung drängen, sind Betrüger. Legen Sie auf und rufen Sie Ihre Bank über die Nummer auf Ihrer Bankkarte zurück.

Frequently Asked Questions

Ist pushTAN oder photoTAN sicherer?

Beide Verfahren sind sicher, wenn Sie sie richtig nutzen. pushTAN läuft komplett auf dem Handy und ist sehr bequem. photoTAN mit einem separaten Lesegerät gilt als besonders sicher, weil das Gerät keinen Internetzugang hat. Entscheidend ist, dass Sie Empfänger, Betrag und IBAN vor der Freigabe sorgfältig prüfen.

Darf ich Online-Banking im öffentlichen WLAN nutzen?

Vermeiden Sie es, wenn möglich. Öffentliche WLANs können unsicher sein, weil der Datenverkehr dort unter Umständen mitgelesen wird. Nutzen Sie für Bankgeschäfte unterwegs lieber Ihre mobilen Daten.

Was mache ich, wenn ich eine Phishing-E-Mail von meiner Bank bekomme?

Klicken Sie auf keinen Link und geben Sie keine Daten ein. Öffnen Sie stattdessen die Banking-App oder tippen Sie die Adresse Ihrer Bank selbst in den Browser ein. Leiten Sie die verdächtige E-Mail an die Phishing-Meldestelle Ihrer Bank weiter und löschen Sie sie anschließend.

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