App-Berechtigungen prüfen: So schränken Sie den Zugriff Ihrer Apps auf iPhone und Android ein
Apps fragen bei der Installation oder bei der ersten Nutzung nach Zugriff auf Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte, Fotos oder Benachrichtigungen. Oft tippen wir auf Erlauben, ohne lange nachzudenken, und vergessen die Entscheidung danach. Dabei sammeln manche Apps deutlich mehr Daten, als sie für ihre eigentliche Funktion brauchen. Ein Taschenrechner braucht keinen Standort, und ein Spiel braucht keinen Zugriff auf Ihre Kontakte. Mit ein paar Minuten Aufwand bringen Sie Ordnung in die Berechtigungen und gewinnen ein gutes Stück Kontrolle über Ihre Daten zurück.
Schritt 1: Den Überblick verschaffen
Beginnen Sie mit einem Rundgang durch die Berechtigungen. Auf dem iPhone öffnen Sie Einstellungen und dann Datenschutz und Sicherheit. Dort sehen Sie Kategorien wie Ortungsdienste, Kontakte, Fotos, Kamera, Mikrofon und Bewegung und Fitness. Tippen Sie eine Kategorie an, und Sie sehen alle Apps, die darauf zugreifen dürfen. Auf Android öffnen Sie Einstellungen, dann Datenschutz und dann Berechtigungsmanager, oder unter Apps die Berechtigungen einer einzelnen App. In den meisten aktuellen Android-Versionen finden Sie die Übersicht ebenfalls nach Kategorien sortiert.
Nehmen Sie sich für diesen Überblick ein paar Minuten Zeit und achten Sie besonders auf die sensiblen Kategorien: Standort, Kamera, Mikrofon, Kontakte und Fotos. Genau dort lohnt sich das Aufräumen am meisten. Apps, die Sie kaum noch nutzen, verdienen besondere Aufmerksamkeit. Eine App, die Sie seit Monaten nicht geöffnet haben, braucht keinen dauerhaften Standortzugriff.
Schritt 2: Standortzugriff sinnvoll einschränken
Der Standort ist eine der wertvollsten Informationen auf Ihrem Handy. Auf dem iPhone können Sie pro App wählen zwischen Nie, Beim Verwenden der App, Immer und Beim nächsten Mal fragen. Für die meisten Apps reicht Beim Verwenden der App völlig aus. Immer sollten nur Apps bekommen, die es wirklich brauchen, etwa eine Navigations-App, die Sie auch im Hintergrund nutzen, oder eine Familienortungs-App, die Sie bewusst eingerichtet haben. Prüfen Sie auch den genauen Standort: Viele Apps kommen mit dem ungefähren Standort aus, den Sie in den Ortungsdiensten separat einstellen können.
Unter Android funktioniert das ähnlich. Dort wählen Sie pro App zwischen Zulassen nur während der Verwendung, Immer zulassen und Nicht zulassen. Zusätzlich können Sie den genauen Standort deaktivieren und nur den ungefähren Standort freigeben. Das ist eine gute Wahl für Apps wie Wetter oder Nachrichten, die Ihren Ort nur grob kennen müssen. Wenn eine App nach dem Einschränken meckert, dass sie nicht richtig funktioniert, können Sie die Berechtigung jederzeit wieder erweitern. Sie verlieren nichts, wenn Sie erst einmal restriktiv einstellen.
Schritt 3: Kamera, Mikrofon und Fotos kontrollieren
Kamera und Mikrofon sind Zugänge, die Sie besonders eng halten sollten. Auf dem iPhone sehen Sie unter Datenschutz und Sicherheit, welche Apps Kamera und Mikrofon nutzen dürfen, und ein kleiner Punkt in der Statusleiste zeigt an, wenn gerade eine App darauf zugreift. Unter Android zeigt ein ähnlicher Indikator in der Statusleiste an, wenn Kamera oder Mikrofon aktiv sind. Entziehen Sie den Zugriff allen Apps, bei denen Sie nicht sofort sagen können, wofür sie Kamera oder Mikrofon brauchen.
Bei Fotos lohnt sich ein genauer Blick. Auf dem iPhone können Sie pro App wählen zwischen Vollständiger Zugriff, Eingeschränkter Zugriff und Kein Zugriff. Eingeschränkter Zugriff ist eine praktische Option: Die App sieht nur die Fotos, die Sie ihr gezielt freigeben, nicht Ihre gesamte Galerie. Unter Android können Sie in neueren Versionen ebenfalls nur ausgewählte Fotos freigeben. Nutzen Sie diese Option vor allem für soziale Netzwerke und Bearbeitungs-Apps, die sonst Ihre komplette Fotobibliothek durchsuchen könnten.
Schritt 4: Kontakte, Kalender und Benachrichtigungen aufräumen
Kontakte und Kalender enthalten private Informationen über Sie und andere Menschen. Viele Apps fragen danach, um Freunde zu finden oder Termine abzugleichen, brauchen den Zugriff aber nicht dauerhaft. Entziehen Sie ihn Apps, bei denen Sie die Funktion nicht aktiv nutzen. Dasselbe gilt für Benachrichtigungen: Eine App, die Sie ständig mit Werbung oder unwichtigen Meldungen stört, bekommt die Benachrichtigungsberechtigung entzogen oder zumindest auf stille Zustellung umgestellt. Das schont nicht nur Ihre Nerven, sondern auch Ihren Akku.
Denken Sie auch an Apps, die Sie gar nicht mehr nutzen. Löschen Sie sie, statt nur die Berechtigungen zu entziehen. Eine gelöschte App kann keine Daten mehr sammeln. Auf beiden Systemen können Sie außerdem einstellen, dass Berechtigungen ungenutzter Apps automatisch entzogen werden. Auf dem iPhone heißt die Option sinngemäß, dass ungenutzte Apps ausgelagert werden, unter Android finden Sie die automatische Berechtigungsentfernung in den App-Einstellungen. Aktivieren Sie diese Automatik als Sicherheitsnetz.
Schritt 5: Regelmäßig wiederholen und neue Apps kritisch prüfen
Berechtigungen sind kein einmaliges Projekt. Jede neue App fragt erneut nach Zugriff, und Updates können neue Abfragen mit sich bringen. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, bei jeder neuen App kurz zu prüfen, was sie verlangt, und im Zweifel erst einmal abzulehnen. Die meisten Apps funktionieren auch mit weniger Zugriff, und wenn eine Funktion fehlt, fragt die App beim nächsten Versuch erneut. Gewöhnen Sie sich außerdem einen kurzen Check alle paar Monate an, etwa wenn Sie ohnehin Ihr Handy aufräumen. Fünf Minuten reichen, um die sensiblen Kategorien erneut durchzugehen.
Frequently Asked Questions
Was passiert, wenn ich einer App eine Berechtigung entziehe?
Die App verliert den Zugriff auf die jeweilige Funktion, bleibt aber installiert und nutzbar. Braucht sie die Berechtigung später wirklich, fragt sie beim nächsten Versuch erneut danach. Sie können die Entscheidung jederzeit in den Einstellungen rückgängig machen. Daten, die eine App bereits gesammelt hat, werden durch das Entziehen allerdings nicht automatisch gelöscht.
Sollte ich den Standortzugriff komplett verbieten?
Das hängt von der App ab. Karten, Navigation und Fahrdienste brauchen den Standort, um zu funktionieren. Für die meisten anderen Apps reicht der Zugriff nur während der Verwendung oder der ungefähre Standort. Ein generelles Verbot für alle Apps ist unpraktisch, eine restriktive Einstellung pro App ist der bessere Weg.
Wie oft sollte ich meine App-Berechtigungen prüfen?
Ein kurzer Check alle paar Monate reicht in der Regel aus. Prüfen Sie zusätzlich bei jeder neu installierten App, welche Berechtigungen sie verlangt, und lehnen Sie alles ab, was für die Funktion nicht nötig ist. Aktivieren Sie außerdem die automatische Entziehung von Berechtigungen für ungenutzte Apps als zusätzliches Sicherheitsnetz.
Post Comment