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Fuzzware gewinnt den ATHENE Startup Award UP26@it-sa: Bochumer Startup testet Firmware ohne Hardware

Fuzzware gewinnt den ATHENE Startup Award UP26@it-sa: Bochumer Startup testet Firmware ohne Hardware

Fuzzware gewinnt den ATHENE Startup Award UP26@it-sa: Bochumer Startup testet Firmware ohne Hardware

Ein Startup aus Bochum hat bei der it-sa in Nürnberg einen der begehrtesten Preise der deutschen Cybersicherheitsszene gewonnen. Fuzzware sicherte sich am 28. Oktober 2026 den ersten Platz beim ATHENE Startup Award UP26@it-sa. Die Auszeichnung wird zum neunten Mal vergeben und würdigt junge Unternehmen aus dem Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Für Fuzzware ist der Sieg ein deutliches Signal: Die Idee, eingebettete Software gründlich zu testen, ohne dass dafür echte Hardware nötig ist, hat eine Fachjury überzeugt.

Der Preis wurde im Rahmen der it-sa Expo&Congress verliehen, der Fachmesse für IT-Sicherheit in Nürnberg. Drei Tage lang trafen sich dort Anbieter, Anwender, Behörden, Wissenschaft und Politik. Im Mittelpunkt standen künstliche Intelligenz, Cloud-Sicherheit, digitale Resilienz und der Schutz kritischer Infrastrukturen. Die Messe meldete für 2026 ein Besucherplus von rund 20 Prozent. In diesem Umfeld musste sich Fuzzware in einem Live-Pitch gegen weitere Finalisten durchsetzen.

Was Fuzzware genau macht

Fuzzware entwickelt Sicherheitstests für eingebettete Software. Eingebettete Software steckt in unzähligen Geräten des Alltags: in Steuerungen von Maschinen, in Netzwerktechnik, in Geräten der Medizintechnik und in vielen industriellen Anlagen. Fehler in dieser Software können ernste Folgen haben, weil die Geräte oft lange im Einsatz bleiben und nicht so einfach ausgetauscht werden wie ein Smartphone oder ein Laptop.

Die Lösung von Fuzzware ermöglicht das sogenannte Fuzzing vollständiger Firmware-Systeme, ohne dass physische Hardware vorhanden sein muss. Beim Fuzzing wird Software systematisch mit vielen unterschiedlichen Eingaben gefüttert, um Abstürze, Speicherfehler und andere Schwachstellen zu finden. Das Besondere am Ansatz von Fuzzware ist laut den Angaben zur Preisverleihung die tiefgehende Analyse des Binärcodes. Statt nur die Oberfläche eines Geräts zu testen, wird das System in seiner Tiefe untersucht. Das soll auch dann funktionieren, wenn das eigentliche Gerät gerade nicht verfügbar ist, weil es noch in der Entwicklung steckt oder weil Testgeräte knapp und teuer sind.

Für Hersteller kann das einen praktischen Unterschied machen. Sicherheitstests lassen sich früher im Entwicklungsprozess starten, und sie lassen sich häufiger wiederholen. Wer einen Fehler erst entdeckt, wenn ein Produkt bereits ausgeliefert ist, muss oft aufwendig nachbessern. Wer ihn dagegen in der Testphase findet, spart Zeit, Geld und im besten Fall auch Vertrauen bei den Kunden. Genau an dieser Stelle setzt Fuzzware an.

Der Wettbewerb und die weiteren Preisträger

Der ATHENE Startup Award UP@it-sa ist eine Initiative des nationalen Forschungszentrums für angewandte Cybersicherheit ATHENE beziehungsweise des ATHENE Digital Hub Cybersecurity und der it-sa. Er zeichnet Neugründungen und junge Unternehmen aus, die im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz etwas Eigenes vorweisen können. Die Finalisten stellten sich beim Live-Pitch-Event vor Fachpublikum und Jury vor. Auf dem Siegerfoto standen neben Fuzzware-Vertreter Dr. Tobias Scharnowski auch Thimo Holst von der Messe Nürnberg, Niklas Horstmann von Telekom Security und Clara Pfeuffer vom ATHENE Digital Hub Cybersecurity.

Der erste Platz war mit einem Preisgeld von 7.500 Euro verbunden, gestiftet von der Deutschen Telekom Security GmbH. Auf dem zweiten Platz landete Complioty aus München. Das Startup erhielt 5.000 Euro für eine Lösung, mit der Maschinenbauer die Anforderungen des Cyber Resilience Act einhalten können. Der Cyber Resilience Act ist eine EU-Verordnung, die Sicherheitsanforderungen für Produkte mit digitalen Elementen festlegt. Für viele Hersteller im Maschinenbau bedeutet das neue Pflichten, von der Dokumentation bis zur Reaktion auf Schwachstellen. Eine Plattform, die diesen Aufwand strukturiert, trifft also einen Bedarf, der in den kommenden Jahren eher wachsen als schrumpfen wird.

Den dritten Platz belegte RedCastle aus Heubach mit einem Preisgeld von 2.500 Euro. RedCastle betreibt ein KI-gestütztes Security Operations Center für den Mittelstand, mit eigenen Analysten, eigener Forensik und Betrieb in Deutschland. Ein Monitoring-Dienst analysiert dabei die Angriffsfläche mittelständischer Unternehmen, bewertet sie mithilfe von KI und gibt Empfehlungen für die IT-Sicherheit. Auch hier zeigt sich ein Muster: Mittelständische Unternehmen suchen nach Sicherheitslösungen, die bezahlbar bleiben und trotzdem professionell arbeiten. Zu den weiteren Finalisten gehörten blindsight und SQUR.

Warum der Preis mehr ist als ein Pokal

Ein Startup-Preis allein macht noch kein erfolgreiches Unternehmen. Er kann aber Türen öffnen. Auf einer Messe wie der it-sa treffen Gründer auf potenzielle Kunden, Partner und Investoren. Ein erster Platz ist dabei eine Art Vertrauensbeweis: Diese Lösung wurde von Fachleuten geprüft und für gut befunden. Das ist in der Cybersicherheit besonders wichtig, wo Kunden verständlicherweise vorsichtig sind.

Was das für deutsche Unternehmen bedeutet

Für deutsche Unternehmen, die Geräte entwickeln oder einsetzen, ist die Botschaft des Preises recht konkret. Sicherheitstests sollten nicht erst am Ende der Entwicklung stehen. Wer Firmware früh und systematisch prüft, findet Fehler, solange sie noch günstig zu beheben sind. Das gilt für große Hersteller genauso wie für kleinere Firmen, die einzelne Komponenten zuliefern. Gerade im Maschinenbau und in der industriellen Automatisierung hängen viele Produkte von eingebetteter Software ab, die über Jahre hinweg gepflegt werden muss.

Ein zweiter Punkt betrifft die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Praxis. ATHENE ist ein nationales Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit. Dass ein solches Zentrum gemeinsam mit einer Messe einen Startup-Preis vergibt, zeigt, wie eng Forschung, Wirtschaft und Anwender in diesem Feld inzwischen verzahnt sind. Für Gründer bedeutet das: Wer eine Lösung aus der Forschung in ein Produkt überführt, findet in Deutschland ein Umfeld, das solche Übergänge aktiv fördert.

Offen bleibt, wie sich Fuzzware am Markt behauptet. Entscheidend wird sein, ob die Lösung in echten Projekten hält, was der Pitch verspricht: zuverlässige Tests, verständliche Ergebnisse und ein Aufwand, der sich für Hersteller rechnet. Der Vorteil von Fuzzware liegt darin, ganze Firmware-Systeme ohne Hardware zu testen und dabei tief in den Binärcode zu schauen.

Für Beobachter der deutschen Startup-Szene ist der Sieg trotzdem ein interessantes Zeichen. Er zeigt, dass auch abseits der großen KI-Schlagzeilen spezialisierte Sicherheitsunternehmen Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie ein klares Problem lösen. Firmware-Sicherheit entscheidet mit darüber, ob vernetzte Geräte im Alltag verlässlich funktionieren.

Frequently Asked Questions

Was ist der ATHENE Startup Award UP26@it-sa?
Der ATHENE Startup Award UP@it-sa würdigt junge Unternehmen im Bereich IT-Sicherheit und Datenschutz aus der DACH-Region. Er wird vom nationalen Forschungszentrum für angewandte Cybersicherheit ATHENE beziehungsweise vom ATHENE Digital Hub Cybersecurity gemeinsam mit der it-sa vergeben. Im Jahr 2026 wurde er zum neunten Mal verliehen.

Warum hat Fuzzware den ersten Platz gewonnen?
Fuzzware überzeugte die Jury mit einer Lösung für Sicherheitstests eingebetteter Systeme. Die Technologie ermöglicht das Fuzzing vollständiger Firmware-Systeme ohne physische Hardware und basiert auf einer tiefgehenden Analyse des Binärcodes. Das Startup aus Bochum erhielt dafür ein Preisgeld von 7.500 Euro.

Wer belegte die Plätze zwei und drei?
Den zweiten Platz belegte Complioty aus München mit einer Plattform für die Einhaltung des Cyber Resilience Act im Maschinenbau und einem Preisgeld von 5.000 Euro. Den dritten Platz erreichte RedCastle aus Heubach mit einem KI-gestützten Security Operations Center für den Mittelstand und einem Preisgeld von 2.500 Euro.

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