Google-Speicher voll? So schaffen Sie Platz in Gmail, Drive und Fotos, ohne etwas Wichtiges zu löschen
Die Warnung kennt fast jeder: Ihr Google-Speicher ist fast voll. E-Mails kommen dann unter Umständen nicht mehr an, und neue Fotos werden nicht mehr gesichert. Der Speicher wird von Gmail, Google Drive und Google Fotos gemeinsam genutzt, und in den meisten Fällen steckt der größte Teil des Platzes an nur wenigen Stellen. Mit einer gezielten Aufräumaktion schaffen Sie oft mehrere Gigabyte frei, ohne etwas Wichtiges zu verlieren.
Schritt 1: Herausfinden, wo der Speicher steckt
Öffnen Sie in einem Browser die Seite one.google.com/storage. Dort sehen Sie auf einen Blick, wie viel Speicher Gmail, Drive und Fotos jeweils belegen. Diese Übersicht ist der wichtigste Ausgangspunkt, denn sie entscheidet, wo sich Aufräumen überhaupt lohnt. Wenn Fotos 80 Prozent belegen, bringt es wenig, in Gmail einzelne Newsletter zu löschen.
Beachten Sie auch: Gelöschte Dateien in Drive und Fotos bleiben noch 30 Tage im Papierkorb und belegen so lange weiterhin Speicher. Nach einer Aufräumaktion sollten Sie den Papierkorb in beiden Diensten leeren, sonst sehen Sie keinen Effekt.
Schritt 2: In Google Fotos Platz schaffen
Fotos und Videos sind in den meisten Fällen der größte Speicherfresser. Öffnen Sie photos.google.com, klicken Sie auf Speicher verwalten und lassen Sie sich die Vorschläge anzeigen. Google schlägt dort große Videos, unscharfe Fotos, Screenshots und doppelte Aufnahmen vor. Gehen Sie diese Kategorien durch und löschen Sie, was Sie nicht brauchen. Screenshots und mehrfach aufgenommene Videos sind typische Kandidaten, die viel Platz belegen und selten vermisst werden.
Prüfen Sie außerdem die Sicherungsqualität in der Google Fotos App: Unter Einstellungen und Sicherung finden Sie die Option Sicherungsqualität. Wenn Sie künftig Speicher sparen wollen, stellen Sie sie auf Speichersparmodus um. Bestehende Fotos in Originalqualität bleiben davon unberührt, aber neue Uploads belegen dann deutlich weniger Platz. Beachten Sie, dass der Speichersparmodus Fotos leicht komprimiert, für die normale Betrachtung auf dem Handy ist der Unterschied in der Regel nicht sichtbar.
Schritt 3: Google Drive gezielt ausmisten
Öffnen Sie drive.google.com und sortieren Sie die Dateien nach Größe, indem Sie auf Speicher klicken. So sehen Sie sofort die größten Dateien: alte Installationsdateien, lange Videos, Backups von Handys oder große PDFs. Löschen Sie Dateien, die Sie nicht mehr brauchen, oder laden Sie sie auf eine externe Festplatte herunter, bevor Sie sie aus Drive entfernen.
Vergessen Sie die freigegebenen Dateien nicht: Dateien, die andere mit Ihnen geteilt haben, belegen keinen Speicher in Ihrem Konto, aber Dateien, die Sie selbst hochgeladen und mit anderen geteilt haben, schon. Prüfen Sie auch den Ordner mit Backups von WhatsApp oder anderen Apps, falls Sie diese Sicherung in Drive aktiviert haben. Alte Gerätesicherungen, die Sie längst nicht mehr brauchen, lassen sich unter Einstellungen und Apps verwalten löschen.
Schritt 4: Gmail aufräumen, ohne den Posteingang zu verlieren
In Gmail lohnt sich die Suche nach großen Anhängen. Geben Sie in der Suche has:attachment larger:10M ein, um E-Mails mit Anhängen über 10 Megabyte zu finden. Gehen Sie die Treffer durch und löschen Sie alte Newsletter mit großen Bildern, versendete Videos und überholte Bewerbungsunterlagen. Wichtig: Löschen Sie nicht wahllos, sondern prüfen Sie bei jeder E-Mail kurz, ob der Anhang noch gebraucht wird.
Eine zweite ergiebige Quelle ist der Papierkorb und der Spam-Ordner, die Gmail automatisch leert, aber nur nach 30 Tagen. Wenn Sie sofort Platz brauchen, leeren Sie beide Ordner manuell. Auch der Ordner Alle E-Mails kann helfen: E-Mails, die Sie archiviert, aber nie gelöscht haben, liegen dort weiterhin und belegen Speicher.
Schritt 5: Papierkörbe leeren und Ergebnis prüfen
Leeren Sie nach dem Aufräumen den Papierkorb in Google Drive und in Google Fotos. Erst dann wird der Speicher tatsächlich freigegeben. Kehren Sie danach zu one.google.com/storage zurück und prüfen Sie den neuen Stand. In vielen Fällen sind nach dieser Aktion mehrere Gigabyte frei, ohne dass eine einzige wichtige Datei verloren ging.
Falls der Speicher danach immer noch knapp ist, haben Sie drei Optionen: weiter aufräumen, große Dateien dauerhaft auf eine externe Festplatte auslagern oder ein kostenpflichtiges Google One Abo abschließen. Treffen Sie diese Entscheidung erst nach dem Aufräumen, denn viele Nutzer stellen fest, dass sie nach einer gezielten Aktion gar kein Abo brauchen.
Tipps, damit der Speicher nicht wieder vollläuft
Schalten Sie in Google Fotos die Sicherung von Screenshots und WhatsApp-Medien gezielt ab, wenn Sie diese nicht brauchen. Räumen Sie Drive einmal im Quartal kurz auf, statt erst bei der Warnmeldung zu handeln. Und laden Sie große Videos, die Sie nur einmalig teilen wollten, nach dem Versand direkt wieder aus Drive herunter oder löschen Sie sie.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist mein Google-Speicher voll, obwohl ich kaum E-Mails habe?
Der Speicher wird von Gmail, Google Drive und Google Fotos gemeinsam genutzt. In den meisten Fällen belegen Fotos und Videos den größten Teil. Prüfen Sie unter one.google.com/storage, welcher Dienst den meisten Platz verbraucht, bevor Sie aufräumen.
Gehen gelöschte Fotos wirklich verloren?
Gelöschte Fotos landen zunächst 30 Tage im Papierkorb von Google Fotos und lassen sich von dort wiederherstellen. Erst wenn Sie den Papierkorb leeren oder die Frist abläuft, sind sie endgültig weg. Sichern Sie wichtige Fotos vorher auf einer externen Festplatte.
Lohnt sich ein Google One Abo statt Aufräumen?
Das hängt von Ihrem Bedarf ab. Wenn Sie nach einer gezielten Aufräumaktion immer noch dauerhaft zu wenig Platz haben, kann ein Abo sinnvoll sein. In vielen Fällen reicht aber das Aufräumen aus, vor allem wenn Screenshots, doppelte Videos und alte Backups den Speicher blockiert haben.

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