Enough Phone: Das kleine Android-Handy mit 5,3 Zoll und Wechselakku startet auf Kickstarter
Kleine Handys sind fast ausgestorben, und ein Akku zum Selberwechseln gilt in der Branche längst als Relikt aus einer anderen Zeit. Genau an dieser Stelle setzt das Enough Phone an: ein kompaktes Android-Smartphone mit 5,3-Zoll-Display, bei dem sich der Akku mit vier Schrauben tauschen lässt. Das Gerät sammelt derzeit Geld auf Kickstarter, und die Kampagne läuft noch bis zum 4. Dezember 2026. Der Name ist Programm, denn Enough heißt auf Deutsch genug. Das Handy soll genug können für den Alltag und bewusst auf alles verzichten, was Preis und Größe in die Höhe treibt.
Klein, aber nicht winzig
Mit geplanten 64 Millimetern Breite ist das Enough Phone gerade einmal 0,2 Millimeter schmaler als das iPhone 13 mini, das Apple vor einigen Jahren als letztes wirklich kleines iPhone verkauft hat. In der Höhe liegt es mit 133 Millimetern knapp über dem Mini mit 131,5 Millimetern. Wer das Handy in der Hosentasche trägt, wird eher die Dicke spüren: Mit rund 12 Millimetern ist es gut vier Millimeter dicker als das iPhone 13 mini mit 7,65 Millimetern. Für die Bildschirmtastatur bleibt mit 5,3 Zoll deutlich mehr Platz als bei winzigen Geräten. Das Display selbst ist als LCD mit 1.520 mal 720 Pixeln geplant. Das passt zum Konzept eines Handys, das auf das Nötige setzt statt auf Superlative.
Im Inneren sollen ein MediaTek Dimensity 7500 und 8 GB Arbeitsspeicher stecken. Dazu kommen 5G und 128 GB Speicher, den man per microSD-Karte erweitern kann. Die 50-Megapixel-Hauptkamera mit Sony-Sensor soll bündig mit der Rückseite abschließen, also ohne herausstehenden Kamerabuckel auskommen. Für ein Handy dieser Preisklasse liest sich das nach einer soliden Ausstattung. Wer die schnellste Kamera oder das hellste Display sucht, ist hier falsch. Wer ein Handy sucht, das sich mit einer Hand bedienen lässt und in jede Jackentasche passt, bekommt genau das.
Vier Schrauben bis zum Wechselakku
Die zusätzlichen Millimeter kommen unter anderem dem Wechselakku zugute. Für seine Kapazität peilen die Entwickler rund 3.500 mAh an. Das ist für heutige Verhältnisse wenig, und die Laufzeit wird sich erst an fertigen Geräten zeigen. Der eigentliche Punkt ist ein anderer: Wenn der Akku nach ein paar Jahren schwächelt, löst man vier Schrauben, nimmt die rückseitige Abdeckung ab und setzt einen neuen Akku ein. Die Ersatzakkus will das Team selbst anbieten. Was ein neuer Akku kosten soll, ist noch offen.
Dazu verspricht das Team Sicherheitsupdates bis 2032. Das ist eine lange Zusage für ein Crowdfunding-Projekt und ein wichtiger Teil des Konzepts: Ein Handy, das man lange nutzen kann, braucht nicht nur einen tauschbaren Akku, sondern auch Software, die über Jahre gepflegt wird. Ob das Team diese Zusage einhalten kann, wird sich erst zeigen. Die bisherigen Fotos zeigen ein Gehäusemuster, kein fertiges Serienhandy. Erste funktionsfähige Geräte sind für Dezember 2026 geplant. An ihnen lässt sich dann erstmals messen, wie lange der kleine Akku beim Navigieren oder Fotografieren wirklich durchhält.
Android 17 oder OdysseyOS: Zwei Wege, ein Handy
Spannend ist die Software. Welches System auf dem Handy läuft, kann man nach der Kickstarter-Kampagne bis zum Versand entscheiden. Zur Wahl stehen Android 17 mit dem gewohnten Play Store und das minimalistische OdysseyOS. Für das reguläre Android 17 sind Google-Dienste und der Play Store vorgesehen. Damit läuft das Handy wie ein ganz normales Android-Smartphone, nur kleiner und mit Wechselakku.
Die zweite Variante, OdysseyOS von SLEKE, erinnert eher an das minimalistische Light Phone 3. OdysseyOS hat einen eigenen App-Store. Dort findet man WhatsApp und Signal für Nachrichten oder HERE WeGo für die Navigation. Spiele und soziale Netzwerke sortiert SLEKE aus. Das trifft sogar die Sport-App Strava, weil sie einen sozialen Feed enthält. Ob die App der eigenen Bank oder des eigenen Verkehrsverbunds dabei ist, kann man im App-Verzeichnis von SLEKE nachsehen. Wer sich für OdysseyOS entscheidet, bekommt ein Handy, das bewusst weniger kann. Nachrichten und Navigation laufen, der Rest bleibt draußen. Für Menschen, die ihr Handy entmüllen wollen, kann es genau richtig sein.
Was das Enough Phone kostet und wann es nach Deutschland kommt
Die Kickstarter-Kampagne läuft bis zum 4. Dezember 2026. Der Preis für ein Gerät hängt davon ab, wann man einsteigt. Für die beiden begrenzten Frühbucherangebote werden 399 oder 449 US-Dollar fällig. Als regulärer Beitrag während der Kampagne sind 499 US-Dollar vorgesehen. Als geplanter späterer Verkaufspreis nennt das Team ab 599 US-Dollar.
Wenn Finanzierung und Fertigung nach Plan laufen, will das Team im Mai 2027 mit dem weltweiten Versand beginnen und auch nach Deutschland liefern. Wie bei jeder Crowdfunding-Kampagne gilt: Ein zugesagter Termin ist keine Garantie. Wer sich beteiligt, sollte sich bewusst sein, dass sich Termine verschieben können und dass ein Projekt im schlimmsten Fall gar nicht ausgeliefert wird. Kickstarter ist keine Vorbestellung im Laden, sondern eine Finanzierung für ein Produkt, das erst noch gebaut werden muss.
Für wen lohnt sich das Enough Phone?
Das Enough Phone richtet sich an Menschen, die kleine Handys vermissen und die ihr Gerät lange behalten wollen. Der Wechselakku und die versprochenen Updates bis 2032 sprechen Käufer an, die nicht alle zwei Jahre ein neues Handy kaufen möchten. Die OdysseyOS-Variante richtet sich zusätzlich an alle, die ihr Smartphone bewusst entschlacken wollen und bereit sind, auf soziale Netzwerke und Spiele zu verzichten. Für Nutzer, die das neueste Kamerasystem oder die höchste Displayauflösung brauchen, ist das Handy dagegen nichts. Auch wer einen großen Akku für zwei Tage ohne Steckdose erwartet, sollte die geplanten 3.500 mAh im Blick behalten.
Unterm Strich ist das Enough Phone ein interessantes Gegenstück zum Trend immer größerer und immer teurerer Smartphones. Es setzt auf ein kleines Gehäuse, einen Akku zum Selbertauschen und eine Software, die man sich aussuchen kann. Ob das Konzept in der Praxis hält, was die Kampagne verspricht, zeigen erst die ersten fertigen Geräte im Dezember 2026.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet das Enough Phone auf Kickstarter?
Die beiden begrenzten Frühbucherangebote kosten 399 oder 449 US-Dollar. Als regulärer Beitrag während der Kampagne sind 499 US-Dollar vorgesehen. Als geplanter späterer Verkaufspreis nennt das Team ab 599 US-Dollar. Welche Preisstufe noch verfügbar ist, sieht man direkt in der Kickstarter-Kampagne.
Wann kommt das Enough Phone nach Deutschland?
Wenn Finanzierung und Fertigung nach Plan laufen, will das Team im Mai 2027 mit dem weltweiten Versand beginnen und auch nach Deutschland liefern. Erste funktionsfähige Geräte sind für Dezember 2026 geplant. Wie bei jeder Crowdfunding-Kampagne können sich Termine verschieben.
Kann man beim Enough Phone wirklich den Akku selbst wechseln?
Ja, das ist das Kernversprechen des Geräts. Man löst vier Schrauben, nimmt die rückseitige Abdeckung ab und setzt einen neuen Akku ein. Die Ersatzakkus will das Team selbst anbieten. Was ein neuer Akku kosten soll, ist noch offen. Die Kapazität des Akkus peilt das Team bei rund 3.500 mAh an.



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