Mobile Daten sparen auf iPhone und Android: So senken Sie Ihren Datenverbrauch in Deutschland
Das Datenvolumen ist aufgebraucht und der Monat ist noch nicht vorbei: Dieses Problem kennen viele Handy-Nutzer in Deutschland. Videos, Updates und Apps im Hintergrund verbrauchen unbemerkt große Datenmengen. Die gute Nachricht: Mit ein paar Einstellungen lässt sich der Verbrauch deutlich senken, ohne dass Sie auf Ihr Handy verzichten müssen. Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie auf iPhone und Android mobile Daten sparen.
Schritt 1: Prüfen Sie, welche Apps am meisten verbrauchen
Bevor Sie etwas ändern, sollten Sie wissen, wo Ihre Daten hingehen. Auf dem iPhone öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf "Mobiles Netz" und scrollen nach unten. Dort sehen Sie für jede App, wie viele mobile Daten sie seit dem letzten Zurücksetzen verbraucht hat. Auf Android öffnen Sie die Einstellungen, dann "Netzwerk und Internet" oder "Verbindungen" und tippen auf "Datennutzung". Dort finden Sie die Liste der Apps mit ihrem Verbrauch.
Oft sind es nur wenige Apps, die den größten Teil verursachen: Video-Apps, soziale Netzwerke und Cloud-Dienste. Wenn eine App auffällig viel verbraucht, die Sie selten nutzen, können Sie ihr die mobilen Daten direkt an dieser Stelle entziehen. Das ist die schnellste Einsparung überhaupt.
Schritt 2: Aktivieren Sie den Datensparmodus
Sowohl iOS als auch Android haben einen eingebauten Datensparmodus. Auf dem iPhone heißt die Funktion "Datensparmodus". Sie finden sie unter Einstellungen, "Mobiles Netz", "Datenoptionen". Wenn der Modus aktiv ist, pausiert das iPhone automatische Updates und Hintergrundaktivitäten und reduziert die Datenrate bei Anrufen über FaceTime. Fotos und Videos werden in geringerer Qualität synchronisiert.
Auf Android heißt die Funktion "Datensparmodus" oder "Datensparer". Sie finden sie unter Einstellungen, "Netzwerk und Internet", "Datensparmodus". Wenn Sie ihn einschalten, dürfen die meisten Apps im Hintergrund keine mobilen Daten mehr nutzen. Sie können einzelne Apps als Ausnahmen zulassen, etwa Ihren Messenger, damit Nachrichten weiterhin sofort ankommen. Der Modus wirkt sofort und lässt sich jederzeit wieder ausschalten.
Schritt 3: Schalten Sie automatische Updates auf WLAN um
App-Updates sind ein häufiger Datenfresser. Ein einziges Update kann je nach App mehrere hundert Megabyte groß sein. Stellen Sie deshalb ein, dass Updates nur über WLAN laufen. Auf dem iPhone öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf "App Store" und deaktivieren unter "Mobile Daten" die Option "Automatische Downloads". Auf Android öffnen Sie den Google Play Store, tippen auf Ihr Profilbild, dann auf "Einstellungen", "Netzwerkeinstellungen" und "Apps automatisch aktualisieren". Wählen Sie dort "Nur über WLAN".
Gleiches gilt für die Sicherung Ihrer Fotos. Cloud-Dienste wie iCloud, Google Fotos oder OneDrive laden neue Bilder standardmäßig auch über mobile Daten hoch. Stellen Sie in den Einstellungen der jeweiligen App ein, dass die Sicherung nur über WLAN erfolgt. So bleibt Ihr Datenvolumen für das übrig, was Sie wirklich brauchen.
Schritt 4: Senken Sie die Videoqualität unterwegs
Videos sind der größte Datenverbraucher auf dem Handy. Eine Stunde Streaming in hoher Qualität kann je nach Dienst und Einstellung mehrere Gigabyte verbrauchen. In den meisten Video-Apps können Sie die Qualität begrenzen, wenn Sie mobile Daten nutzen.
In YouTube tippen Sie auf Ihr Profilbild, dann auf "Einstellungen" und "Einstellungen für die Videoqualität". Dort wählen Sie für mobile Daten eine niedrigere Qualität, etwa "Datensparmodus". Bei Netflix finden Sie die Option unter "App-Einstellungen" und "Mobile Datennutzung": Wählen Sie "Nur WLAN" oder "Daten sparen". Auch bei anderen Streaming-Apps gibt es ähnliche Einstellungen, meist unter "Wiedergabe" oder "Datenverbrauch". Die Bildqualität ist auf dem kleinen Handy-Display auch in mittlerer Auflösung noch gut.
Schritt 5: Begrenzen Sie Hintergrunddaten einzelner Apps
Viele Apps aktualisieren sich im Hintergrund, auch wenn Sie sie gar nicht geöffnet haben. Soziale Netzwerke laden neue Beiträge vor, E-Mail-Apps rufen Nachrichten ab und Karten-Apps aktualisieren ihren Standort. Das ist praktisch, kostet aber Daten.
Auf dem iPhone öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf "Allgemein" und "Hintergrundaktualisierung". Dort können Sie die Funktion komplett ausschalten oder nur über WLAN erlauben. Auf Android öffnen Sie die Einstellungen, tippen auf "Apps", wählen eine App aus und dann "Mobile Daten". Dort deaktivieren Sie "Hintergrunddaten zulassen". Machen Sie das vor allem bei Apps, deren Inhalte nicht ständig aktuell sein müssen, etwa Spiele oder Shopping-Apps.
Schritt 6: Nutzen Sie WLAN, wo immer es geht
Das klingt selbstverständlich, wird aber oft vergessen. Verbinden Sie sich zu Hause, im Büro und in Cafés mit dem WLAN. Viele öffentliche WLAN-Netze in Deutschland sind inzwischen kostenlos nutzbar, etwa in Bahnhöfen, Einkaufszentren und Hotels. Achten Sie bei öffentlichen Netzen darauf, keine sensiblen Vorgänge wie Online-Banking durchzuführen, wenn das Netz nicht vertrauenswürdig wirkt.
Hilfreich ist auch die Funktion "WLAN-Unterstützung" auf dem iPhone, die bei schwachem WLAN automatisch auf mobile Daten umschaltet. Sie finden sie unter Einstellungen, "Mobiles Netz", ganz unten. Wenn Sie Ihr Volumen schonen wollen, schalten Sie diese Funktion aus. Auf Android gibt es je nach Hersteller eine ähnliche Funktion unter "WLAN" und "Erweitert", oft als "Automatisch zu mobilen Daten wechseln".
Schritt 7: Setzen Sie ein Datenlimit und eine Warnung
Damit Sie nicht überrascht werden, stellen Sie eine Warnung ein. Auf Android können Sie unter Einstellungen, "Netzwerk und Internet", "Datennutzung" ein Datenlimit und eine Warnung festlegen. Das Handy meldet sich, wenn Sie einen bestimmten Verbrauch erreichen, und kann die mobilen Daten bei Erreichen des Limits automatisch abschalten.
Auf dem iPhone gibt es keine eingebaute Limit-Funktion. Hier helfen die Apps der Mobilfunkanbieter. Die meisten deutschen Anbieter, etwa Telekom, Vodafone und o2, bieten eine App an, in der Sie Ihren Verbrauch live sehen und Warnungen per SMS einstellen können. Ein Blick in diese App lohnt sich regelmäßig.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel Datenvolumen verbraucht eine Stunde Video-Streaming?
Das hängt stark von der Qualität ab. In niedriger oder mittlerer Qualität liegt der Verbrauch oft bei einigen hundert Megabyte pro Stunde. In hoher oder höchster Qualität kann er auf mehrere Gigabyte pro Stunde steigen. Deshalb lohnt es sich, die Videoqualität bei mobiler Nutzung zu begrenzen.
Hilft der Datensparmodus wirklich?
Ja, der Datensparmodus reduziert den Verbrauch spürbar. Er stoppt Hintergrundaktivitäten, senkt die Qualität von synchronisierten Fotos und Videos und begrenzt automatische Downloads. Nachrichten und Anrufe funktionieren weiterhin normal. Die Wirkung ist am größten, wenn viele Apps im Hintergrund Daten verbrauchen.
Verbrauchen soziale Netzwerke viele mobile Daten?
Ja, soziale Netzwerke gehören zu den größten Verbrauchern. Sie laden automatisch Videos und Bilder im Feed, auch wenn Sie sie nicht ansehen. In den Einstellungen der jeweiligen App können Sie die automatische Wiedergabe von Videos deaktivieren oder auf WLAN beschränken. Das spart über den Monat gerechnet eine große Datenmenge.



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